21.09.2018 – Westfalen-Blatt – Zuschlag für die Stadtwerke

Bielefeld  (WB). Die Stadtwerke haben das »Siemens-Grundstück« an Otto-Brenner- und Schweriner Straße ersteigert. Nach einem Bieterwettstreit mit einem privaten Investor erhielt das Versorgungsunternehmen am Donnerstag im Amtsgericht für 7,4 Millionen Euro den Zuschlag.

Die Titan Series SARL aus Luxemburg hatte das Zwangsversteigerungsverfahren für das insgesamt 21.294 Quadratmeter große Grundstück mit 14.000 Quadratmetern Nutzfläche betrieben. Im voll besetzten Saal 18 des Amtsgerichtes wurde sie gestern von der hessischen Steinberg Real Estate Management GmbH vertreten.

Mit dem Namen Siemens verbinden Bielefelder das Areal seit Anfang der 1970er Jahre, als der Technologiekonzern dort seine hiesige Niederlassung errichtete. Heute ist Siemens nur noch einer von acht Mietern, ebenso wie unter anderen die Dekra-Akademie – und die Telekommunikationstochter der Stadtwerke Bitel. Insgesamt besteht das Gelände aus acht Flurstücken, die gestern als eine Einheit unter den Hammer kamen.

Verkehrswert von 5,2 Millionen Euro

Bei einem Verkehrswert von 5,2 Millionen Euro war die wichtige Sieben-Zehntel-Marke, bis zu der der Vertreter des Versteigerungsbetreibers noch hätte dazwischen gehen können, bereits mit dem ersten Gebot erledigt. Der Bielefelder Investor Noeyel Ersay ging mit vier Millionen Euro ins Rennen. Für die Stadtwerke meldete Dr. Simone Evke de Groot ihr Interesse gleich als zweite Bieterin mit 4,5 Millionen Euro an. Oliver Schinkewitz (Rauch 25 Verwaltungs GmbH/Berlin) bot 4,6 Millionen, ehe er sich ebenso wie der Bielefelder Hans Mensendiek (5,1 Millionen) wieder zurückzog.

Mit Ablauf der Bieterstunde standen 5,5 Millionen der Stadtwerke zu Buche. Noeyel Ersay ging aber mit 5,6 Millionen wieder dazwischen. In der Folgezeit entwickelte sich ein munterer Schlagabtausch mit den Stadtwerken. Als um 11.02 Uhr 7,4 Millionen Euro im Raum standen, strich Ersay die Segel. »Die Stadtwerke wollten das Grundstück offensichtlich unbedingt«, sagte der Mann, der zuletzt mit einer Investition in das Bad Oeynhausener Traditionshaus Königshof von sich reden gemacht hatte, hinterher. Er hatte das Areal in Bielefeld als »Kapitalanlage« gesehen, sah aber keine Möglichkeit, mit den Stadtwerken am Ende mitgehen zu können.

Die Bitel nutzt eine Fläche bisher als Rechenzentrum. »Mit dem Kauf sichern wir die langfristige Nutzung des Gebäudes«, sagte Stadtwerke-Sprecherin Yvonne Liebold.

Von Hans-Heinrich Sellmann

Quelle: Fr., 21.09.2018, Westfalen-Blatt: »Siemens-Grundstück« an der Schweriner Straße für 7,4 Millionen ersteigert – Zuschlag für die Stadtwerke